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#1

Der Tote im Camper - mein aktueller Krimi

in Auszüge aus unseren Büchern 28.06.2020 16:18
von Bree • Federlibelle | 492 Beiträge | 2052 Punkte

Klappentext

Die Flensburger Kommissare Andresen und Weichert haben einen neuen Fall. Auf dem Campingplatz in Holnis wurde der Wiener Junggeselle Marlon Schubert tot aufgefunden und beraubt. Hat einer seiner Pokerfreunde die Tat begangen? Oder war es der eifersüchtige Steffen Hornhuber, dem es missfiel, wie gut sich der charmante Wiener mit seiner Frau Juliane verstand?

Ausgerechnet Kommissar Weichert wird dazu verdonnert, undercover auf dem Campingplatz Nachforschungen anzustellen. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der Krimi-Autorin Verena, zieht der Schöngeist mit der empfindlichen Haut in einen der Mietwohnwagen. Dort macht ihm nicht nur die Hitze des Rekordsommers schwer zu schaffen.
Und dann ist plötzlich Alexandra, die älteste Tochter der Hornhubers, spurlos verschwunden …


Leseprobe "Der Tote im Camper"


PROLOG

Er saß in einem Restaurant als er etwas im Rücken spürte. Als stieße jemand eine Nadel zwischen seine Schulterblätter. Im nächsten Moment war es schon wieder vorbei. Er ignorierte den Stich. Konzentrierte sich auf seine Begleitung, auf das Kerzenlicht und die leise Musik. Die Blondine ihm gegenüber strahlte ihn an, ihre hinreißenden Augen funkelten.
Er lächelte und hob sein Glas mit Rotwein. »Ich bringe dich ganz groß raus«, versprach er. »Du bist das größte Talent im Verein. Wir sollten in Zukunft viel Zeit miteinander verbringen.«
»Ich hoffe, ich werde dich nicht enttäuschen«, säuselte sie und beugte sich leicht vor.
Er legte seine Hand auf ihre. »Das wirst du nicht.«
Dieses Mädchen war genau seine Kragenweite. Er stierte in ihren glatten, üppigen Ausschnitt. Stellte sich vor, wie sie im Bett sein würde. Ob sie es schon einmal getan hatte? Schließlich war sie erst sechzehn. Bei dem Gedanken daran, dass er derjenige sein könnte, der sie entjungferte, spürte er seine Hose eng werden.
Just in diesem Moment stach ihn erneut etwas in den Rücken. Nur ganz leicht, es war nicht mehr als ein kleiner Piks, dennoch hatte er etwas Beängstigendes. Bedrohliches. Seine Handflächen begannen zu kribbeln. Sein Puls beschleunigte sich. Irgendetwas stimmte nicht. Von einer Sekunde zur anderen schwitzte er, als säße er mit Wintermantel in der Sauna.
Sein Blick fiel auf die Kerzen. Sie schienen heller und heißer zu brennen als zuvor. Die Flammen taten in seinen Augen weh.
»Uh, ist dir auch so warm?«, fragte Blondie und begann, verführerisch langsam ihre Bluse aufzuknöpfen. Er riss sich zusammen. So ein leichter Temperaturanstieg würde ihn doch nicht davon abhalten, sich auf die Kleine und ihren Striptease zu konzentrieren. Als sie den seidigen Stoff von ihren Schultern schob und einen weißen Spitzen-BH enthüllte, verschwamm das Bild und verblasste schließlich.
Es war ihm gleich. Denn vom Rücken aus breitete sich ein Schmerz in seinem Körper aus, dessen Heftigkeit ihm den Atem raubte. Seinen Kopf traf es am meisten, er schien explodieren zu wollen. Jemand musste ihn in einen Schraubstock gesteckt haben. Er kniff die Augen zusammen und umklammerte seine hämmernden Schläfen. Mühsame Atemzüge dröhnten in seinen Ohren. Es klang, als säße Darth Vader in seinem Schädel. Das würde auch den Metallgeschmack in seinem Mund erklären.
Als er zaghaft die Lider hob, blendeten neongrüne Zahlen seine Netzhaut. Zunächst tanzten sie vor seinen Augen, doch schließlich konnte er sie erkennen. Null, Drei, Eins, Zwei.
Vorbei.
Er befand sich keineswegs mit einer hübschen Blondine in einem Restaurant. Es war Nacht, zwölf Minuten nach drei, und er lag bäuchlings in seinem Bett. Allein.
Seine nackte Haut war nass vom Schweiß, klebte am Laken. Als er versuchte, sich umzudrehen, schoss erneut eine Welle des Schmerzes durch seinen Leib. Er stöhnte und sank wieder zurück. Spürte, dass sein Hals und seine Zunge anschwollen.
»Endlich ist der Tag der Abrechnung gekommen, du verdammtes Arschloch!«
Wer war das? Er blinzelte verwirrt in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war, versuchte angestrengt, etwas zu erkennen. Vergeblich, es war zu dunkel. Seine bebenden Finger suchten nach dem Schalter der Nachttischlampe. Fanden ihn. Er drückte die Taste und vor seinen Augen explodierte die Sonne. Rasch kniff er die Lider zu. Konnte neben Darth Vaders rasselndem Atem hören, dass die Schlafzimmertür geschlossen wurde.
Von wem, verdammt?
Er grübelte nicht länger darüber nach. Sein Denken kreiste einzig darum, Luft zu holen, ohne dabei vor Schmerz verrückt zu werden. Auch Schlucken wurde zur Anstrengung. Seine Kehle wurde immer enger.
Er versuchte, sich auf den Rücken zu drehen, um freier atmen zu können. Es dauerte quälend lange. Jede Bewegung tat so weh, als lägen sämtliche Nerven bloß. Schließlich gelang es, doch hinterher war er erschöpft wie nach einem zweistündigen Intensiv-Training.
Eine Hand auf die wogende Brust gepresst öffnete er ein weiteres Mal blinzelnd die Augen. Zunächst erkannte er nur verschwommene Umrisse, registrierte aber, als er sich an die Helligkeit gewöhnt hatte, dass sich außer ihm niemand im Zimmer befand. Er war allein. Die Stimme hatte er wohl ebenso geträumt wie das Dinner mit der sexy Blondine.
Doch nun drang ein sehr realistisches Brummen an seine Ohren. Es klang wie ein Mini-Motor. Wurde leiser, dann wieder lauter. Er konzentrierte sich, hörte genauer hin. Zwei Mini-Motoren. Oder drei?
Und dann erkannte er, was diese Geräusche zu bedeuten hatten. Eine eiskalte Welle der Angst überrollte ihn. Die Stiche in seinem Rücken. Die Kurzatmigkeit, das Herzrasen. Die Übelkeit erregenden Schmerzen und das merkwürdige Brummen.
Bienen! Verflucht, ich muss sofort hier raus!
In der Kommodenschublade im Flur lag sein Notfallset. Von Schmerzen gepeinigt schlug er die Decke zur Seite, kämpfte sich auf die Füße und schleppte sich mühsam zur Tür, während ihm der Schweiß von der Stirn in die Augen lief. Die paar Schritte konnte er schaffen. Musste er schaffen! Dann würde alles wieder gut werden.
Er drückte die Klinke nach unten.
Die Tür blieb zu. Ungläubig rüttelte er an dem Griff. Verdammt! Wieso …?
War es doch kein Traum gewesen, dass jemand neben seinem Bett gestanden hatte? Das Geräusch der sich schließenden Tür fiel ihm ein.
»Hallo? Mach auf!«, rief er mit schwacher Stimme. »Schnell! Bitte, ich …«
Seine Knie wollten nachgeben. Er klammerte sich an den Türgriff und rang röchelnd um Atem. Seine schweißnasse Hand rutschte von der Klinke. Scheiße! Ich brauche mein Notfallset. Sofort. Sonst … Er kniff die Augen zusammen und weigerte sich, den Gedanken weiterzuspinnen. Wer auch immer in seiner Wohnung war, er erlaubte sich einen Scherz und würde ihn gewiss gleich befreien.
Vorsichtig lehnte er den Kopf gegen das kühle Holz der Tür. Horchte auf Geräusche, doch von der anderen Seite kam nichts als tödliche Stille.

(...)
Neugierig geworden? Hier geht es direkt zum Buch: Der Tote im Camper


Der Kriminalschriftsteller ist eine Spinne, die die Fliege bereits hat, bevor sie das Netz um sie herum webt.
(Sir Arthur Conan Doyle)

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#2

RE: Der Tote im Camper - mein aktueller Krimi

in Auszüge aus unseren Büchern 28.06.2020 17:13
von Yggdrasil • Forums-Schmetterling | 128 Beiträge | 418 Punkte

Schön spannend geschrieben, kurze Sätze, knappe Aussagen, aber ... warum gerade Bienen? Das sind die friedlichsten aller Insekten, verglichen mit Wespen oder Hornissen.Und Brummen tun auch eher Hummeln und Co.


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#3

RE: Der Tote im Camper - mein aktueller Krimi

in Auszüge aus unseren Büchern 28.06.2020 18:40
von Bree • Federlibelle | 492 Beiträge | 2052 Punkte

Lieber @Yggdrasil

tut mir leid, wenn ich nicht das richtige Insekt gewählt hab. Ich mag Bienen, besonders ihren Honig.
Auf Hornissen oder Wespen bin ich in dem Zusammenhang schlicht nicht gekommen. Meist ist von Bienenallergie die Rede, wahrscheinlich deshalb ...

LG
Bree


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#4

RE: Der Tote im Camper - mein aktueller Krimi

in Auszüge aus unseren Büchern 28.06.2020 18:57
von Yggdrasil • Forums-Schmetterling | 128 Beiträge | 418 Punkte

Auf meine ca. 300.000 Haustiere lasse ich nixxxx (!) kommen!


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#5

RE: Der Tote im Camper - mein aktueller Krimi

in Auszüge aus unseren Büchern 01.07.2020 08:24
von Bree • Federlibelle | 492 Beiträge | 2052 Punkte

Schau mal, lieber @Yggdrasil

welchen Smiley ich extra für dich besorgt habe ...

LG
Bree


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#6

RE: Der Tote im Camper - mein aktueller Krimi

in Auszüge aus unseren Büchern 01.07.2020 08:45
von Yggdrasil • Forums-Schmetterling | 128 Beiträge | 418 Punkte

Danke! Davon bestelle ich denn mal 300.000 Stück ;-)


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#7

RE: Der Tote im Camper - mein aktueller Krimi

in Auszüge aus unseren Büchern 08.07.2020 15:41
von Gini • Forums-Schmetterling | 185 Beiträge | 391 Punkte

@Bree dein Buch klingt spannend. Es wartet schon in meinem E-Book auf mich gelesen
zu werden. Ich hab es schon vor längerer Zeit drauf geladen. Ich muss erst noch
Charlotte Link zu Ende lesen. Dann kommt dein Camper dran.
Ich hoffe, dein Buch verkauft sich gut bis jetzt.


Gedanken sind nicht stets parat,/ Man schreibt auch, wenn man keine hat.

Wilhelm Busch (1832-1908)
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#8

RE: Der Tote im Camper - mein aktueller Krimi

in Auszüge aus unseren Büchern 08.07.2020 20:15
von Bree • Federlibelle | 492 Beiträge | 2052 Punkte

Hallo @Gini

ich hoffe, es wird dir gefallen. Würde mich natürlich wieder sehr über eine Bewertung von dir freuen, wenn du fertig bist.
Lustig, dass du ausgerechnet heute nach dem Verkauf fragst, ich habe nämlich gerade meine Abrechnung bekommen. Ich will es mal so sagen: Man merkt die Coronakrise. Mit etwas mehr hatte ich schon gerechnet. Das Gute ist, dass wir jedes Jahr Campingsaison haben, darum hoffe ich, dass es sich auch in den kommenden Jahren noch einigermaßen verkauft. So wie Nele Neuhaus' "Muttertag" jeden Mai wieder in den Regalen steht ...

LG
Bree


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